Literatur: Laute Stille

Zum zehnten Mal innerhalb der letzten zwei Minuten griff ich zum Handy. Immer noch nichts. Nur leider wurde die Nachricht schon vor 17 Minuten gelesen. Es kam nichts mehr, das wusste ich selbst, doch ich wollte es eben nicht. Logisch nicht. Die letzte Nachricht lautete: Kommst du morgen mit mir in den neuen Harry Potter Film?


Vorher war alles gut gewesen. Wir hatten ein paar Mal telefoniert, weil das viel besser als schreiben ist, und uns echt gut verstanden. Sonst wechselten wir auch ein paar Sätze schriftlich. Es lief gut und ich war glücklich. Hatte mir schon Hoffnungen gemacht. Endlich traute ich mich nach einem "Date" zu fragen, auch wenn das Wort blöd klingt. Doch dann das...


Auch noch zwei Tage später kam nichts. Ich wollte nicht hinterherlaufen und ihn nochmal fragen. Wenn es ihn interessiert hätte, hätte er geantwortet. Also ging ich mit meiner besten Freundin in den Film und postete ein überglückliches Bild, damit er sah, dass ich trotzdem Spaß hatte. Allerdings war das nicht die Wahrheit.
Das Handy war und blieb still und somit auch meine Wohnung irgendwie leer, weil ich mich plötzlich allein fühlte, auf nichts mehr wartete. Wenn alles andere aber stumm bleibt, schreit der Kopf nur

Warum? Was ist passiert? Warum ist er so feige und kann nichts, egal was, dazu sagen? Stille ist schlimmer, als jedes Wort. Hab ich Fehler gemacht? 


Dann versucht man sich zu sagen, dass man viel zu gut für ihn ist. Man findet jemand besseren oder braucht niemand anderen um glücklich zu sein. Das ist die Wahrheit, denn so jemanden braucht kein Mensch und es gibt immer bessere. Jeder weiß das, aber der Kopf bleibt weiterhin laut.




Literatur: Was, wenn Engel fallen...


Und dann stürzte ich in die Tiefe, deren Boden noch nicht einmal sichtbar war.
Vorher habe ich mir unendlich viele Gedanken gemacht, was danach passieren könnte. Nach dem Fall vom Himmel, der viele Jahre mein Zuhause gewesen war. Die Gründe waren mir wohl bewusst, warum ich nun diesem Weg folgen musste.

 
Schon immer war ich sehr direkt und impulsiv gewesen, was dazu führte, dass ich nicht immer aufpasste, wer mich hörte, wenn ich mich aufregte. Das ließ man sich natürlich nicht gefallen, weil es nicht üblich war. Alle und jeder waren immer und überall bedacht darauf gewesen, was man sagt und vorallem wer es hört. Eigene Meinungen waren nicht gern gesehen; im Gegensatz zu Anpassung. Wenn man aber genau schaute, konnte man erkennen, wie mühselig es für jeden war, immer eine Maske tragen zu müssen; immer auf der Hut zu sein, dass die Fassade nicht bröckelt. Es zerstörte jeden.


Trotzdem war dort meine Familie und ich hatte sie im Stich gelassen, war nicht achtsam genug gewesen.
Der Fall wurde immer als das schlimmste von allem angesehen. Angeblich soll er schmerzhaft sein, wie ein Band, welches dann, nicht wie ein Pflaster mit einem Ruck, sondern langsam reißt und die Verbindung durchtrennt wird. Über das Leben danach, falls man es überhaut so nennen kann, wird kaum gesprochen. Gefallene sind abtrünnige; sie gehören nicht mehr dazu, sind schmutzig und haben die Engelsmagie verloren, weshalb sie normal und langweilig sind. In die Welt der Menschen zu kommen war eine Beleidigung. Menschen waren dumm, unbesonders und irgendwie alle die gleichen. Einer hatte das Sagen und alle rannten hinterher. Als ich genauer darüber nachdachte fiel mir allerdings kein großer Unterschied zu uns auf.


Dennoch waren wir die Beschützer, übergeordnet und angesehener. Wir wurden bewundert, auch wenn sich hauptsächlich Sagen um uns rankten. Wir- ich war nicht mehr das wir. Jetzt wo ich fiel, fehlte einem Menschen sein Bewacher. Was geschah dann mit ihm? Für sein Schicksal war ich verantwortlich. Und ich war nun ganz allein, hatte niemanden mehr.  Mir rollte die erste rote Träne über die Wange, während ich das realisierte. Für den Rest des Falls war mein Kopf wie leergefegt. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen; fühlte nur noch den Schmerz der Trennung.


Unerwartet sachte landete ich schließlich auf der Erde und schloss die Augen, weil ich nichts sehen, hören oder fühlen wollte. Ich wollte nicht hier sein, weinte um das, was ich verloren hatte. Die Überforderung und der schmerz nahmen mich vollkommen ein.
Und dann, irgendwann, öffnete ich die Augen.

Photography: Colors of life


Hallo da draußen!
Jaa, meine Freundin und ich hatten uns an Holi-Pulver versucht. Da wir nur zu zweit waren, war es etwas kompliziert, aber es hat einfach soo Spaß gemacht, dass wir das auf jeden Fall nochmal machen werden :)
Ich kann es jedem empfehlen!
Liebste Grüße ♥♥






Personal: Perfektion


Perfektion.
Was ist das? Braucht man es und wenn, wozu?
 Will man das selber erlangen oder erwarten das andere von einem?

 

Die besten Noten, die Beste beim Instrumentspielen, die Beste im Sport, die beste Beziehung, die tollsten Freunde, die Schönste, die beste Figur, die meisten Follower hier und da, die meisten Likes, der Lehrerliebling, eine tolle Familie, in der nichts schiefläuft und am Besten noch beliebt. 
Ist das das Ziel  und warum bedeutet Perfektion eigentlich, überall am besten zu sein?


Jeder strebt in gewissem Maße danach. Ob es dabei um einen selbst oder um andere geht, ist vollkommen egal. Ob es der Ehrgeiz oder die Eitelkeit oder Selbsthass, wie auch immer ist, es ist egal.
Alles kann einen zerstören und dann liest man selbst das überall. Um glücklich zu sein, denke an dich selbst, tu dir selbst Gutes. Und dann fragt man sich, was denn gut für einen sei. Will schon wieder das erreichen, was die Masse für gut hält. 


Was bringt es uns am Ende?
Nichts...
Jeder ist genug, doch das wichtigste ist die Akzeptanz und dafür muss man viele Eigenschaften ber Bord gehen lassen. Man sollte sich nicht von hol das Beste aus dir heraus, denn das ist genug beeinflussen lassen, denn genau das setzt einen wieder unter Druck


 Und genau dieses sollte ist das Problem. Was hat man denn zu tun und zu lassen?
Kann und will man etwas dagegen tun?
 

Literatur: Anker


Er  hält meine Hand. Ich mache meine Augen zu und lasse mich führen. Probiere den Kopf auszuschalten und mehr wahrzunehmen. Das Rascheln der Blätter unter meinen Füßen, der Wind, der durch die Bäume pfeift, wie er mit seinem Händedruck mich beruhigt und mir Halt gibt. Doch auf einmal höre ich noch etwas anderes. Ein sehr leises, aber dennoch vorhandenes Dröhnen kommt über unseren Köpfen näher. Ich ahne, was es ist, bekomme Panik  und beginne zu Rennen.


Da er noch meine Hand hält, ziehe ich ihn mit vom Weg hinunter. Vergeblich suche ich Schutz zwischen den Bäumen, doch diese sind kahl geworden und die bunten Blätter liegen längst auf der Erde.
Früher hat mich das beruhigt, die bunten Blätter haben mich angelacht und ich konnte klar denken. 
Alleine.
Ohne Beobachtung und in vollkommener Sicherheit.
 

Mittlerweile hat sich das geändert. Es wurde Sommer, Herbst und jetzt geht es langsam auf den Winter zu. Monatlich fliegen mehr Luftwaffen über den Himmel und somit versteckte ich mich mehr und mehr. kauerte mich in Ecken, um nicht entdeckt zu werden. Die Male, an denen ich in den Wald kam, wurden weniger; weniger Zeit und Raum fü mich, um mich frei zu fühlen.
 

Doch heute war er da. Er ließ mich nicht los, fragte auch nichts und folge mir nur. Als ich eine Art Vorsprung fand, zog er mich in seine Arme und hielt mich. Mir rollten die Tränen über die Wangen. Zu oft schon hatte ich dieses Geräusch gehöt, hatte diese Furcht gespürt. Aber war das das einzige? Wahrscheinlich trauerte ich den Gefühlen hinterher, die ich früher hier empfunden habe. Häufiger hatte ich versucht, die alten Gefühle hervorzurufen, doch jedes Mal wurde ich von einer Welle überrollt. Die Welle von Ungeborgenheit, die immer größer wird. Doch die Erinnerungen verblassen. Es kann nichts mehr wie früher werden, denn die Zeit läuft und mit ihr verändert sich die Welt, Probeme und Menschen. Verdrängung und der Versuch Abzuschalten gelingen nicht.


Früher waren Familie und Freunde die Stütze, die jeoch immer mehr zerbricht. Die Welt, der Krieg zerstöt alles. Familie stirbt und um zu überleben, wird man vom Gejagten zum Jäger. Spaltet und genzt sich ab, kann den wenigsten vertrauen.
In einem der Flugzeuge über meinem Kopf könnte mein Bruder sitzen, der mich umbringen könnte. Der Gedanke bringt mich fast um. Nach einiger Zeit verebben meine Gedanken und ich öffne die Augen einen Spalt.


Ich drehte den Kopf zu ihm, schaute ihm in die Augen und war plötzlich so froh, dass er da war. Die Ruhe, die er ausstrahlte war wie ein Anker, an den ich mich klammerte. Seine liebevollen Worte stützen und besänftigten mich.
Und als er mich küsst, bleibt die Zeit stehen und ich kann für einen Moment vergessen.
 


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